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Waffenkriminalität gestiegen? Was das BKA über legale Waffen sagt!

37.475 Verstöße gegen das Waffengesetz, plus 5,5 %. Wir haben das Bundeslagebild des BKA gelesen und nachgerechnet: Die Statistik trennt nicht zwischen legalen und illegalen Waffen, und der Anstieg kommt vor allem aus Berlin.

25.09.2026 · Aktualisiert: 30.09.2026

37.475 Verstöße gegen das Waffengesetz, plus 5,5 %. Diese Zahl stand in den Meldungen zum Bundeslagebild Waffenkriminalität 2025, das das Bundeskriminalamt am 20. August 2026 veröffentlicht hat. Wir haben den Bericht gelesen und nachgerechnet.

Legal oder illegal steht nicht in der Statistik. Das Lagebild unterscheidet nicht zwischen legalen und illegalen Waffen, das steht auf Seite 5 und Seite 7. Bei den Verstößen gegen das Waffengesetz geht das BKA selbst überwiegend von illegalen Waffen aus. Als Ursachen nennt es illegale Waffen, Schmuggel, Ballungsräume und den Handel im Netz. Waffen aus dem 3D-Drucker haben im Lagebild einen eigenen Abschnitt.

Was „mit Schusswaffe gedroht“ zählt. Nach Fußnote 4 der Polizeilichen Kriminalstatistik reicht dafür auch eine Spielzeugpistole.

Der Anstieg ist im Kern ein Berliner Anstieg. Über die Hälfte des Zuwachses bei den Drohungen kommt aus einer Stadt. Ohne Berlin sind Drohungen und Schüsse zusammen 2025 im übrigen Bundesgebiet um rund 3 % gesunken. Berlin nennt dafür selbst einen Vorbehalt: die genauere Erfassung seit 2025. Beides ist unsere eigene Rechnung aus den amtlichen Zahlen und im Video als solche gekennzeichnet.

Aufklärungsquote 92,4 %. Was „aufgeklärt“ in der Statistik heißt und warum das BKA hier von Kontrollkriminalität spricht, erklärt das Video.

Quellen

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Das Video zum Nachlesen

Wortlaut der geprüften deutschen Untertitel. Die Zeitangabe führt zur Stelle im Video.

0:00 37.475 Verstöße gegen das Waffengesetz, ein Plus von 5,5 %. Diese Zahl stand in den Meldungen zum Lagebild. Sie stammt aus dem Bundeslagebild Waffenkriminalität, das das Bundeskriminalamt am 20. August 2026 veröffentlicht hat. Das Lagebild hat 20 Seiten. Wir haben sie gelesen, und wir haben nachgerechnet. Denn die wichtigste Aussage des Berichts steckt nicht in dieser Zahl. Und die Zahl, die am meisten erklärt, steht gar nicht drin. Hallo, hier ist Eduqore. Wir erklären Waffenrecht für Waffenbesitzer und alle, die sich dafür interessieren.

0:40 Das Lagebild ist keine neue Statistik. Es fasst zusammen, was die Polizeiliche Kriminalstatistik, kurz PKS, zur Waffenkriminalität hergibt, und ergänzt das um Erkenntnisse aus Ermittlungen. Und es erscheint mitten in eine laufende Debatte hinein. Seit dem 4. August liegt der Fragebogen zur Evaluierung des Waffenrechts bei den Verbänden, mit Frist bis zum 30. September. Zu dem Fragebogen haben wir eine eigene Folge gemacht. Erst die Zahlen selbst, alle 4 auf einen Blick.

1:13 Verstöße gegen das Waffengesetz: 37.475 Fälle, plus 5,5 %. Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz: 489 Fälle, minus 10,3 %. Mit einer Schusswaffe gedroht: 5.281 Fälle, plus 12,7 %. Mit einer Schusswaffe geschossen: 4.360 Fälle, minus 8,7 %. Drohungen und Schüsse zusammen sind 9.641 Fälle, das liegt über dem Schnitt der letzten 5 Jahre. Als mittlere Steigerung pro Jahr seit 2021 heißt das: Drohungen plus 8 %, Schüsse plus knapp 2 %, Verstöße gegen das Waffengesetz plus gut 4 %.

1:58 Zur Einordnung: Gemessen an allen Straftaten in Deutschland machen Delikte mit Schusswaffen 0,18 % aus, im Jahr davor waren es 0,16 %. So weit die Schlagzeile. Auf Seite 5 steht ein Satz, der in der Meldung nicht mitschwingt. Er stammt vom BKA selbst. Die PKS liefert keine Unterscheidung hinsichtlich der Art der jeweiligen Verstöße. Es dürfte sich überwiegend um Fälle des illegalen Erwerbs, des illegalen Besitzes, des illegalen Führens und der illegalen Einfuhr von Waffen handeln. Zitat Ende.

2:41 Die Statistik unterscheidet also gar nicht zwischen legalen und illegalen Waffen, für die Schusswaffen steht das auf Seite 7 noch einmal ausdrücklich. Und bei den Verstößen gegen das Waffengesetz geht das BKA selbst davon aus, dass es überwiegend um illegale Waffen geht. Wer aus diesen Zahlen Verschärfungen für Erlaubnisinhaber ableiten will, muss erst sagen, welche dieser Zahlen das senken soll. Die Statistik allein gibt das nicht her. Genauso lohnt der Blick in die Fußnote zu der Zahl, die am stärksten steigt: den Drohungen.

3:18 Mit Schusswaffe gedroht heißt: Wenigstens ein Opfer hat sich subjektiv bedroht gefühlt. Eine Spielzeugpistole reicht dafür, es genügt sogar der bloße Anschein einer Schusswaffe. So steht es in Fußnote 4, der Wortlaut ist auf der Folie. Diese Zahl zählt also Bedrohungslagen, hinter jeder steht mindestens ein Opfer. Ob eine legal besessene Waffe im Spiel war, sagt sie nicht. Wo diese Fälle auftreten, sagt der Bericht auch. 62,1 % sind Straftaten gegen die persönliche Freiheit, weitere 27,6 % Raubdelikte.

3:58 Über die Herkunft der Waffe sagt das nichts. Es zeigt aber, worum es bei den Drohungen geht: um Bedrohung, Nötigung und Raub. Und was nennt das BKA selbst als Ursache? Die Gesamtbewertung auf Seite 17, wörtlich: Die Verfügbarkeit illegaler Schusswaffen erhöht das Risiko für die Begehung unter anderem schwerster Gewalttaten. Derartige Fälle treten insbesondere in den Ballungsräumen der Bundesrepublik auf. Zitat Ende. Illegale Waffen kommen laut Bericht über internationale Schmuggelstrukturen ins Land.

4:37 Und Waffenkriminalität zeigt sich meist als Begleitkriminalität, etwa bei Drogen- und Gewaltdelikten. Und dann steht im Bericht eine Zahl, die zeigt, wo dieser Markt heute unter anderem läuft. Waffenkriminalität mit dem Tatmittel Internet ist 2025 um 22,8 % gestiegen. Bei den Verstößen gegen das Waffengesetz sogar um 32,8 %. Genutzt werden laut Bericht ganz normale Plattformen, Darknet-Foren und Messenger-Dienste. Die Gründe laut BKA: niedrige Schwelle, einfache Kontaktaufnahme, Anonymität.

5:18 In absoluten Zahlen ist das klein, die stehen auf der Folie. Registrierte Fälle, keine Messung des ganzen Markts. Aber sie zeigen, wo ein Teil des Handels heute stattfindet: im Chat. Eine Einschränkung macht das BKA an dieser Stelle allerdings selbst. Ein erheblicher Teil dieser Angebote sei schlicht Betrug. Es wird kassiert und nie geliefert. Das BKA schreibt, die hohe Zahl betrügerischer Angebote erschwere eine valide Einschätzung des tatsächlichen illegalen Geschehens.

5:53 Aus der Zahl der Angebote lässt sich also nicht auf die Zahl der gehandelten Waffen schließen. Ein Thema behandelt der Bericht ausführlich: Waffen aus dem 3D-Drucker. Die Zahlen bleiben klein, das sagt das BKA deutlich. Aber die Qualität steigt. Frühe Modelle waren oft nur eingeschränkt funktionsfähig, heute werden gedruckte Teile mit industriell gefertigten Metallteilen kombiniert. Das Amt spricht von zunehmender Professionalisierung. Als besondere Herausforderung nennt der Bericht die digitalen Bauanleitungen.

6:29 Die sind weltweit abrufbar, nationale Verbote stoßen da schnell an ihre Grenzen. Deutschland beteiligt sich laut Bericht auf europäischer Ebene an der Diskussion über eine Regelung. Der Fragebogen zur Evaluierung des Waffenrechts ging am 4. August raus. Das Lagebild kam 16 Tage später. Das Lagebild widmet dem 3D-Druck einen eigenen Abschnitt mit Fallbeispiel. Im Fragebogen des Ministeriums kommt das Wort nicht vor. Wir haben ihn danach durchsucht. Ob das Thema anderswo bearbeitet wird, sagt das nicht.

7:08 In dem einen Papier ist der 3D-Druck eine besondere Herausforderung, in dem anderen kommt er nicht vor. Bei den Ballungsräumen wird der Bericht an einer Stelle sehr konkret, bei Berlin. Wörtlich: Insbesondere in Berlin sind in diesem Zusammenhang mehrere Erpressungslagen unter Verwendung scharfer Schusswaffen bekannt geworden, die sich gegen türkeistämmige Gewerbetreibende richteten. Die Tatverdächtigen sind hierbei ebenfalls überwiegend türkeistämmig. Zitat Ende.

7:42 Wie groß die Rolle Berlins ist, haben wir nachgerechnet, mit dem Lagebild und der Berliner Kriminalstatistik. Bei den Drohungen stieg die Bundeszahl um 596 Fälle. Berlin allein ging von 303 auf 604, ein Plus von 301. Über die Hälfte des bundesweiten Anstiegs kommt aus einer einzigen Stadt. Einen Vorbehalt dazu nennt Berlin selbst, dazu gleich. Bei den Schüssen ist das Bild noch deutlicher. Bundesweit sank die Zahl von 4.775 auf 4.360. In Berlin stieg sie von 363 auf 515.

8:31 Der Rest des Landes kommt damit auf ein Minus von 567 Fällen, das sind fast 13 %. Rechnet man Drohungen und Schüsse zusammen und nimmt Berlin heraus, dann ist die Zahl der registrierten Fälle mit Schusswaffe im übrigen Bundesgebiet 2025 nicht gestiegen. Sie ist um rund 3 % gesunken. Der Verband der Büchsenmacher und Waffenfachhändler, der VDB, kommt in seiner Auswertung auf denselben Befund. Und Berlin nennt selbst noch einen Grund für seinen Anstieg.

9:04 Seit 2025 muss die Polizei dort die Verwendung von Waffen genauer erfassen als vorher. Das dürfte nach Angaben der Senatsverwaltung zum Anstieg beigetragen haben, neben einer tatsächlichen Zunahme. Wie groß dieser Anteil ist, beziffert Berlin nicht. Was heißt das alles für die Debatte? Das Lagebild fällt mitten in die Evaluierung des Waffenrechts. Und es liefert den Maßstab gleich mit: Wer eine Verschärfung für Erlaubnisinhaber vorschlägt, sollte sagen können, welche dieser Zahlen sie senken würde.

9:43 Denn nach dem eigenen Befund des BKA liegen die Probleme beim illegalen Markt, beim Schmuggel, im Netz und in den Ballungsräumen. Dort entscheidet sich, ob die Kurve dreht. Eine letzte Zahl dazu: Die Aufklärungsquote bei Verstößen gegen das Waffengesetz liegt bei 92,4 %. Aufgeklärt heißt: Die Polizei hat einen Tatverdächtigen ermittelt, über eine Verurteilung sagt das nichts. Der Grund für die hohe Quote: Das BKA nennt das Kontrollkriminalität.

10:19 Entdeckt wird sie bei Kontrollen, ohne Kontrollen bleibt sie meist unentdeckt. Wenn du zu dem Thema weitere Fragen oder Ergänzungen hast, schreib es bitte in die Kommentare, dann greifen wir es in einem unserer nächsten Videos gerne wieder auf. Danke. Zum Schluss das Wichtigste zum Mitnehmen. Die PKS unterscheidet nicht zwischen legalen und illegalen Waffen. Bei den Verstößen gegen das Waffengesetz geht das BKA selbst überwiegend von illegalen aus.

10:53 Der bundesweite Anstieg der Schusswaffenverwendungen ist im Kern ein Berliner Anstieg, im übrigen Bundesgebiet sanken die Zahlen um rund 3 %. Und die am stärksten steigende Zahl, die Drohungen, zählt Bedrohungslagen. Über den Besitzer der Waffe sagt sie nichts. Die registrierten Fälle mit Tatmittel Internet stiegen um 22,8 %. Und was das Lagebild ausführlich behandelt, kommt im Fragebogen des Ministeriums nicht vor. Bitte abonniere den Kanal und aktiviere die Glocke, um zukünftig keine Videos mehr zu verpassen. Wir haben auch einen WhatsApp-Kanal, den Link findest du in der Videobeschreibung. Auch da kündigen wir neue Videos an. Vielen Dank fürs Zuschauen, bis zum nächsten Mal, euer Team von Eduqore. Tschüss.

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